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Muting-Funktion

Funzione di muting
 

Die Muting-Funktion ist das vorübergehende, automatische und unter Sicherheitsbedingungen ausgeführte Abschalten der Sicherheitslichtschranke im Maschinenzyklus.

Im Wesentlichen bestehen drei Anwendungstypologien:

1- Gewährung des Zugangs von Personen in den Gefahrenbereich während des ungefährlichen Teils des Maschinenzyklus.
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Beispiel: Positionierung oder Entfernung des Werkstücks


In Bezug auf die Position des Werkzeugs, dass das gefährliche Element darstellt, ist eine der beiden Schranken (die vor dem Arbeitsbereich des Werkzeugs) aktiv, während sich die andere im Muting befindet, um dem Bediener das Be- und Entladen des Werkstücks zu ermöglichen. Der Muting-Zustand der beiden Schranken wird dann umgekehrt, wenn das Werkzeug im entgegengesetzten Teil der Maschine arbeitet.

 



2- Gewährung des Materialdurchgangs und Verhinderung des Zutritts von Personen.
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Beispiel: Austritt von Paletten aus der Gefahrenzone.


Die Sicherheitslichtschranke ist mit Muting-Sensoren ausgerüstet, die wirksam zwischen der Person und dem Material, das den kontrollierten Bereich durchqueren darf, unterscheiden können.



Die wesentlichen Voraussetzungen für die Muting-Funktion sind in den folgenden Normen beschrieben:

IEC TS 62046 “Anwendungen von Schutzeinrichtungen zum Erkennen von Personen”.
EN 415-4 “Sicherheit von Verpackungsmaschinen – Palettierer und Depalettierer".
IEC 61496-1 “Berührungslos wirkende Schutzeinrichtungen”.

Allgemeine Vorschriften:

 

  • Die Muting-Funktion ist eine vorübergehende Unterbrechung der Sicherheitsfunktion, die automatisch aktiviert und deaktiviert werden muss.
  • Der Stromkreis, der die Muting-Funktion implementiert, muss die gleiche Sicherheitsstufe haben wie die Sicherheitsfunktion, die vorübergehend aktiviert wird, so dass sich die Schutzleistung des gesamten Systems nicht verringert.
  • Die Aktivierung und anschlieflende Deaktivierung der Muting-Funktion darf nur über die Verwendung von zwei oder mehreren verkabelten und unabhängig mittels einer korrekten zeitlichen oder räumlichen Sequenz aktivierten Signalen erfolgen .
  • Es darf nicht möglich sein, die Muting-Funktion zu aktivieren, wenn die elektrosensitive Schutzeinrichtung (ESPE) deaktivierte Sicherheitsausgänge hat.
  • Es darf nicht möglich sein, eine Muting-Funktion durch Ausschalten und anschlieflendes Wiedereinschalten der Vorrichtung einzuleiten.
  • Die Muting-Funktion muss an einem geeigneten Punkt des Maschinenzyklus aktiviert werden, d.h. nur, wenn keine Gefahren für den Bediener bestehen.
  • Die Muting-Funktion müssen mechanisch geschützt sein, damit die Ausrichtung der Sensoren nicht durch eventuelle Zusammenstüfle verändert werden kann.

MUTING: PALETTIER- UND MATERIALBEFÖRDERUNGSANLAGEN

Vorschriften für die Kontrolle der Übergänge:
 

  • Es muss das Packgut und nicht die Palette erkannt werden, da sonst der Bediener den Übergang durchqueren könnte, indem er sich von der Palette transportieren lässt.
  • Die Muting-Zeit muss durch die Zeit begrenzt sein, die das Material tatsächlich für die Durchquerung das Übergangs benötigt.
  • Die Muting-Funktion muss zeitlich begrenzt sein.
  • Eine Dejustierung der Sensoren, die einen ähnlichen Effekt wie ihre Aktivierung erzeugt, darf keinen dauerhaften Muting-Zustand ermöglichen.
  • Die gewählte Konfiguration und die Positionierung der Muting-Sensoren muss eine sichere Unterscheidung zwischen Person und Material ermöglichen.
  • Das Layout des Übergangs sowie die Positionierung der Sensoren und seitlichen Schutzvorrichtungen müssen derart gestaltet sein, dass der Durch-gang einer Person in die Gefahrenzone während der Muting-Phase für die gesamte Durchgangszeit der Palette durch den Übergang nicht möglich ist.

Daher muss ein Sicherheitssystem realisiert werden, dass unterscheiden kann zwischen:


 

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Die Muting-Funktion kann bei Schranken des Typs 2 als auch des Typs 4 vorhanden sein.

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DIE HÄUFIGSTEN GEOMETRIEN FÜR DIE POSITIONIERUNG DER MUTING-SENSOREN

Muting durch 2 Sensoren mit gekreuzten Strahlen - Knofiguration in T-Form mit Kontrolle der Gleichzeitigkeit und Durchgang der Palette in beide Richtungen:

  • Der Kreuzungspunkt der beiden Strahlen muss sich genau in der durch die Schranke abgetrennten Gefahrenzone bedinden.
  • Ein Sicherheitstimer, der die Muting-Funktion nur auf die Zeit begrenzt, die das Material für die Durchquerung des Übergangs benötigt, ist obligatorisch.
  • Die Muting-Funktion kann nur aktiviert werden, wenn die beiden Muting-Sensoren gleichzeitig benötigt werden:
    (t2(S2) – t1(S1) = 4 Sekunden max).
  • Die beiden Strahlen müssen von der Palette während der gesamten Durchgangszeit kontinuierlich abgedeckt werden.
  • Ein zylindrischer lichtundurchlässiger Gegentand D=500 mm (entspricht den möglichen Abmessungen einer Person) darf die Muting-Funktion aber nicht auslösen.
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Der Kreuzungspunkt der beiden Strahlen der Muting-Sensoren muss höher oder maximal auf derselben Ebene des untersten Strahls der Lichtschranke liegen, um mögliche Beschädigungen oder unbewusste Aktivierungen der Muting-Funktion zu vermeiden.

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Muting mit 4 Sensoren und parallelen Strahlen - Konfiguration in T-Form mit Kontrolle der Gleichzeitigkeit und/ober Abfolge, sowie Duchgang der Palette in beide Richtungen:

  • Für einen kurzen Zeitraum müssen alle 4 Muting-Sensoren gleichzeitig verdeckt sein (sequentielle Belegung und Freigabe der 4 Sensoren)
  • Bei den Abständen zwischen Sensoren und Lichtschranke müssen die folgenden Werte eingehalten werden:
    •  d1 und d3 < 200 mm um zu vermeiden, dass eine Person während der Muting-Phase unerkannt eintreten und der Palette vorausgehen oder folgen kann.
    • d2 > 250 mm um zu vermeiden, dass eine Person gleichzeitig zwei Sensoren abdecken und so die Muting-Funktion aktivieren kann
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Muting mit 2 Sensoren auf gekreuzten oder parallelen Strahlen bedingt - Konfiguration in L-Form mit Kontrolle der Gleichzeitigkeit und Durchgang der Palette nur aus der Gefahrenzone heraus:

  • Die Muting-Sensoren müssen jenseits der Lichtschranke in der Gefahrenzone positioniert sein.
  • Die Muting-Funktion muss deaktiviert werden, sobald die Lichtschranke freigegeben wird und auf jeden Fall nicht später als 4 Sekunden nach Freigace des ersten der beiden Muting-Sensoren. Zur Steuerung dieser 4 Sekunden muss ein Sicherheitstimer verwendet werden.

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